Tag 17 – Totes Meer, Grenze zu Jordanien und Wüstencamp

Nach dem Aufstehen, das bei den herrschenden Temperaturen recht früh erfolgt, hatten wir den Vormittag über Zeit, das Tote Meer zu genießen, welches 428 Meter unter dem Meeresspiegel liegt, ein abflussfreier See ist und für seinen hohen Salzgehalt bekannt ist.

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Schon oft davon gehört, konnten wir nun am eigenen Leib erfahren, wie uns das Wasser trug und ein Untergehen schier unmöglich ist. Das Wasser sollte man allerdings nicht in die Augen bekommen und eine kleine Kostprobe im Mund brannte auch eine Weile nach.

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Auch Janet traute sich mit der genähten Kniewunde ins Wasser, wobei sie darauf achtete, es tunlichst zu vermeiden, das Knie mit dem Wasser in Kontakt zu bringen. Die Wunde verheilt gut und Lena kümmert sich fürsorglich um die Pflege und Erneuerung der Verbände und Pflaster.

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Eine schöne Erfahrung reicher, machten wir uns pünktlich – und diesmal waren wir wirklich pünktlich! – um 12 Uhr auf den Weg zur jordanischen Grenze, die wir um 14 Uhr erreichen sollten, was uns erstaunlicherweise auch tatsächlich gelang. Wir reihten uns in die Schlange der wartenden Fahrzeuge ein um zuerst den israelischen und dann den jordanischen Checkpoint zu passieren, mit gefühlten 4 oder 5 Pass- und Autopapierkontrollen. Um 15:30 Uhr erreichten wir dann die jordanische Seite und uns schallte von überall der Gruß „welcome to Jordan“ entgegen. Wir erhielten ein neues Roadbook und Infomaterial über Jordanien und versuchten dann anhand der kryptischen Informationen aus dem neuen Roadbook den Weg zum heutigen Etappenziel, ein Wüstencamp, zu finden.

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Nach mehreren Irrfahrten und einigen netten Begegnungen – ein Jordanier schenkte uns Brot, als wir danach fragten, wo man eben dieses kaufen könne, er sprach perfekt deutsch und gab uns seine Telefonnummer, für den Fall, wenn wir irgendwas brauchen – hängten wir uns an Team 40, welches in der Vergangenheit schon mehrfach beste Navigation bewiesen hatte und immer mehrere Stunden vor uns das Tagesziel erreichte.

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Schon nach einer kurzen Weile kamen wir an eine Straßensperre, da lagen fette Steine und es brannten Autoreifen. Wem diese Barrikade galt, war unklar, sicher war nur, dass es hier nicht weiter ging.

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Der Versuch, die Straße zu umfahren wurde mittels Polizeieskorte unterbunden, die uns auf „sichere“ Straßen zurück brachte.
Die letzte fehlerhafte Abfahrt brachte uns zu einem syrischen Flüchtlingscamp, nicht weit von der Grenze zu Syrien. Nachdem wir die Krallen im Boden sahen und die Männer mit den Händen an ihren Waffen, war uns klar, dies konnte nicht das gesuchte Camp sein.
Gegen halb neun, es war schon lange dunkel, erreichten wir dann doch das „Camp“, eine freie Fläche mitten in der Wüste. Hatten wir uns zuvor über mangelnde Hygiene, fehlende Duschen und Stehklos beschwert, hatten wir heute keinen Grund dafür. Hier gab es einfach gar nichts. Für die Notdurft mußte man über weites Feld laufen, bis man sich aus dem Lichtkegel der Flutlichter befreite. Danach nicht vergessen, das benutzte Papier zu vergraben oder zu verbrennen, sonst fliegt es wohlmöglich einem Beduinen um die Nase…

Wir spannten die Ballonplane von Günther zwischen die Autos und hatten so eine gemütliche und windgeschützte Nische, in der wir bei einem gemeinsamen Schnaps mit Team 40 und aufgewärmtem (es brauchte nicht viel Energie, das Essen zu erwärmen, die hohen Temperaturen, die tagsüber in den Autos herrschten, hatten schon viel Vorarbeit geleistet) Dosenfutter den Abend ausklingen ließen.

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Ein Gedanke zu “Tag 17 – Totes Meer, Grenze zu Jordanien und Wüstencamp

  1. Liebe Johanna, ein tolle Reise und ein toller Reisebericht. Ich bin ganz schön neidisch, dass ich da nicht dabei sein kann. Erinnert mich alles noch sehr an meinen Trip vor fast 40 Jahren. Und wichtig!! ihr seid alle gesund angekommen.

    Freue mich Dich und Martin bald wieder zusehen. Kommt gesund zurück!! Viele Grüße auch an das gesamt KM-Team.

    Jürgen mit Irene

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