Tag 16 – endlose Zeit am Hafen von Haifa, Bethlehem und Jerusalem

Wie im vorherigen Bericht bereits kurz erwähnt, mussten Martin und ich besonders früh an der Fähre sein. Martin hatte aufgrund einer nicht erhaltenen Information den Schlüssel nicht im Auto stecken lassen. Es gab zum Glück einen Bustransfer zum Hafen, was die Anreise etwas entspannte. Wir zahlten für 3 Fahrzeuge erneut jeweils 100 Euro (wir hatten bereits im Vorfeld einiges an Geld für die Zollabfertigung gezahlt, doch die Israelis wollten mehr, worauf auch das OK-Team leider keinen Einfluss hatte und darüber gar nicht erfreut war) und erhielten eine einzige Quittung. Das wurde den später anreisenden unseres Teams dann zum Verhängniss, denn ohne Quittung kein Zutritt auf das Gelände. Die kurzzeitig eintretende Verwirrung und Aufregung konnte aber ohne weitere Kosten beigelegt werden und gegen 10:00h waren dann wieder alle beisammen. Nur unser Mercy war nicht da…
Na herzlichen Glückwunsch,  was war denn nun schon wieder los?! Also losstürzen und versuchen Infos einzuholen. 4 Autos waren noch auf der Fähre, wegen Defekt oder sonstigen Problemen. Wir machten uns große Sorgen und Martin stiefelte los um Mercy endlich aus dem Schlund der Fähre zu befreien. Das Problem war ein Wagen mit eingerasteter Lenkradschloss auf dem oberen Deck und dem nicht auffindbaren Fahrer. Als das Problemfahrzeug mittels Gabelstapler aus der Rangierzone entfernt wurde, konnte Martin nun endlich – als einziger – sein Auto selbst von der Fähre fahren.

Wir stellten uns daraufhin sofort beim Sicherheitscheck an, was auch noch mal viel Geduld und Zeit brauchte und bis die Fahrt endlich weiter gehen konnte, war es bereits 11 Uhr. Und dafür sind wir sooo früh aufgestanden.

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Aber was solls, wir hatten endlich unsere Autos wieder und fühlten uns frei. Hallo, wir sind in Israel, mit unseren Autos. Gut, so ganz frei waren wir dann doch nicht, sobald wir die Route etwas verließen, wurden wir höflich, aber bestimmt gebeten umzukehren und den richtigen Weg zu suchen und zu finden.

Wir fuhren durch europäisch anmutende Landschaft und bei ca. 48 Grad Aussentemperatur zum Checkpoint zwischen Jerusalem und Bethlehem, den wir um 13 Uhr passieren sollten. Gegen 16:30 Uhr erreichten wir die Grenze zu Palästina und fuhren nach Bethlehem rein. Wie immer waren wir voll im Zeitplan… 😉

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Nachdem die Israelis auf uns eher zurückhaltend und reserviert wirkten, hießen uns in Bethlehem alle herzlich willkommen und waren sehr offen und hilfsbereit, wie wir es auf unserer Reise schon so oft erleben durften.

Eine Aufgabe aus dem Roadbook war die Geburtskirche Jesus Christus zu besichtigen und in Erfahrung zu bringen, wieviele Zacken der Stern hat, der an dem Platz angebracht ist, wo angeblich die Krippe stand. Zu viert gönnten wir uns eine Führung durch die Kirche – die Besatzung von Max hatten wir zwischenzeitlich im Verkehrsgewusel durch Jerusalem verloren, machten uns aber keine Sorgen, da in dem Auto die erfahrensten Navigierer unseres Teams saßen – und erfreuten uns an den lebhaften Erzählungen unseres Führers auf englisch.

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Nachdem wir ausgiebig Souveniers eingekauft hatten und das Team wieder komplett war, war es höchste Zeit ein Lokal aufzusuchen. Wir labten uns an Falaffel und Humus und entschieden uns satt und gestärkt nochmal nach Jerusalem hineinzufahren um uns auch diese Stadt zumindest ein bisschen anzuschauen.

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In dem Stadtgewusel verloren wir uns erneut und es dauerte eine gefühlte Ewigkeit bis wir uns wieder fanden. Das Navigieren zu Fuß ist leider seit unseren Erfahrungen in Istanbul keinen Deut besser geworden.
Ich bin dem Rest des Teams sehr dankbar, dass sie so lange geduldig auf Martin und mich warteten und wir uns so zu sechst die Klagemauer und das Gewusel der Gläubigen auf dem Platz davor anschauen und bestaunen konnten.

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Das Tagesetappenziel war das Kalia Beach Ressort zu dem es wie üblich wieder keine konkreten Informationen gab. Einzig wußten wir, dass es am Toten Meer liegt und wir dort in geschütztem und schwer bewachtem Gebiet übernachten sollten.
Gegen 0:20 Uhr erreichten wir das mit Stacheldraht umzäunte Gebiet, nur um vor einem verschlossenen Tor zu stehen. Nach ein paar Minuten bemerkte man uns dann aber doch und wir wurden mit der bereits mehrfach erfahrenen herzlichen israelischen Art wortlos auf das Gelände gelassen.