Tag 13/2 – Adana

Während es sich vier von uns gut gehen ließen und wir uns nach den Vorgaben des Roadbooks richteten, düsten Lena und Rob nach Adana, was sie am späten Nachmittag erreichten. Dort wurden sie vom ansässigen Polizeichef empfangen, der sich um ihr leibliches Wohl und ein komfortables Hotelzimmer für sie kümmerte. Das erste Bild, das uns von ihnen ereichte, war ein Bild eines Sitzklos, welch fiese Attacke auf unser Hygieneempfinden. Doch mittlerweile sind wir so abgehärtet – echte Globetrotter-, dass uns das gar nicht neidisch machen konnte. Wir waren mit unseren Stehklos und den fehlenden Duschen so im Reinen, dass wir nur müde lächelten… ähäm…

Aber eigentlich wollten wir hier erzählen wie es mit den 44 Europaletten voller Hilfsgüter weiter ging:
Mit der Hilfe und dem enormen Einsatz von Nadir und seinem Cousin Ayhan, dem Polizeichef, sowie einem Abgeordneten des Gouverneurs von Adana versuchten alle das Möglichste um die Hilfslieferung in die richtigen Bahnen zu lenken. Leider konnte in dem dafür frei gemachten, knappen Zeitfenster die Übergabe in dem Camp nicht so erfolgen wie wir alle hofften. Bürokratische Hindernisse und Verfahrensweisen machten die Annahme und Verteilung komplizierter. Der türkische Halbmond, der anfangs Interesse bekundete, zog dieses zurück, als klar war, dass es sich nicht nur um Neuware handelt. Somit hatten wir den „Auftraggeber“ in der Türkei verloren, was das Prozedere am Zoll etwas verlängerte.

Afad, das ist der staatliche Katastrophenschutz der Türkei, der gleichzeitig auch für die Versorgung in den Flüchtlingscamps zuständig ist, hat die Lieferung nun angenommen und muss diese aber exakt sortieren, damit in den Camps genau das ankommt, was gebraucht wird. Diese Umstände waren nicht vorhersehbar, doch trotzdem sind wir alle sehr froh, dass die Hilfslieferung angekommen und in sicheren Händen ist. Der Polizeichef und der Abgeordneter des Gouverneurs haben uns versichert, dass sie sich persönlich um die Übergabe kümmern.

Voraussichtlich werden Rob und Lena zur Übergabe der Hilfsgüter zu gegebener Zeit nochmal nach Adana zurückkehren um dabei zu sein. Da sie jetzt nicht viel ändern konnten aber auf Abruf standen um Unklarheiten zu besprechen, hatten Sie das Glück mit dem Polizeichef die Insider-Seite von Adana kennenzulernen, was sehr spannend und aufschlussreich war.

An dieser Stelle wollen wir als Team Kuddelmuddel uns noch einmal herzlich bei den Spendern bedanken und Euch versichern, dass die Spenden an ihren Bestimmungsort für syrische Flüchtlingskinder sicher übergeben werden. Wir haben die Menschen, welche nun die letzten Abläufe für uns übernehmen, persönlich kennengelernt und stehen weiterhin ständig in Kontakt mit ihnen. Es liegt allen daran, dieses große Projekt zu einem guten Abschluss zu bringen.

Einen großen Dank auch an das Organisationsteam der Allgäu-Orient Rallye, durch welches dieses Projekt erst stattfinden konnte. Danke, dass Ihr zu jeder Zeit mit allen Kräften organisatorisch und durch Kontaktvermittlung hinter dem Projekt standet und steht.