Tag 14 – erneuter Werkstattaufenthalt und Fähre in Mersin

Gestern ist Günther aufgefallen, dass unser Mercy sehr wenig Hydrauliköl für die Niveauregulierung aufwies und gab uns etwas von seinem ab, in der Hoffnung, dass damit das Problem gelöst sei. Dass dem nicht so war, sollte sich später noch auf unseren Zeitplan auswirken.

Wir hatten am gestrigen Abend vereinbart, dass wir heute ganz früh aufbrechen, da wir einen langen Weg bis nach Mersin zurückzulegen hatten, wo unsere Autos um 23:00 Uhr verschifft werden sollten. Also quälten wir uns bereits um 05:00 Uhr aus unserem Autobett um pünktlichst um 6:20 Uhr (die krumme Zeit kam durch die Mittlung der Abfahrtswunschzeiten zustande) zu starten.

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Wir kamen gut durch und machten ca. 2 Stunden später unsere erste Pause an einer Tankstelle. Eigentlich wollten wir nur tanken, doch bei der Gelegenheit schauten wir auch kurz nach dem Hydrauliköl, nur um festzustellen, dass es leerer war als gestern, vor dem Auffüllen.
Ein hilfsbereites Team gab uns eine Flasche von dem kostbaren Öl, deren eingefüllter Inhalt sich sofort auf das Pflaster ergoss. Kurzerhand legte sich Günther unter das Auto und versuchte das Leck mittels Gaffer Tape und Kabelbindern zu flicken. Sinnvollerweise war die einhellige Teammeinung die nächste Werkstatt aufzusuchen.

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So fuhren wir nach Antalya rein und fanden eine kleine Werkstatt am Wegesrand mit Hebebühne. Wild gestikulierend versuchten wir uns verständlich zu machen und sofort wurde telefonisch die Frau des Besitzers herbei gerufen, die ein bisschen Englisch sprach und so die Übersetzung übernehmen konnte. Die Ölleitung für die Niveauregulierung war durchgerostet.
Ein bisschen hin und her und ein paar Schraubereien später – das defekte Stück der Leitung wurde durch einen Gummischlauch ersetzt – konnten wir nach 1,5 Stunden kurzweiligem Aufenthalt endlich weiter fahren. Und wieder hatte die Reparatur 50 Lira gekostet. Dafür gab es guten Tee für die Wartenden – wie so oft in der Türkei.

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Eine kleine Yoga Übung von Martin trug zur allgemeinen Entspannung der Lage bei und half bei der Völkerverständigung.

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Nun ging es zügig weiter, kostete uns die Panne doch bereits in Summe 3 Stunden, die wir anders verplant hatten. Mein Wunsch war es so schnell wie möglich in Mersin anzukommen, damit das Team wieder vereint ist und wir alle Autos gemeinsam auf die Fähre stellen konnten. Der Wunsch anderer Teammitglieder war es den Tag zu genießen und in kurzen Abständen anzuhalten um Kaffee zu trinken oder ausgedehnt Mittag zu essen.
Gegen 13 Uhr fuhren wir an der Infotafel vorbei, dass es noch 485 Kilometer bis Mersin sind und machten gegen viertel vor Zwei eine ausgedehnte Mittagspause mit Restaurantbesuch.

Gegen halb vier hatten wir noch immer 390 Kilometer vor uns und ich drängte zur Eile, doch andere sahen das anders und so wurde unterwegs mit wilden Manövern das ein oder andere Mal angehalten um Erdbeeren oder Bananen am Straßenrand zu kaufen oder besonders schöne Fotos von der eindrucksvollen Strecke entlang der Küste zu machen.

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Gegen 18:00 Uhr machten wir dann die letzte Kaffeepause, da waren es noch ca. 200 Kilometer und bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 60 km/h (es ging immer wieder kurvenreich in die Berge hinauf und wieder hinab und wieder hinauf und wieder…) kann sich der geneigte Leser sicher vorstellen, dass es eng werden würde bis 23:00 Uhr an der Fähre zu sein. Die einzige Info wohin wir fahren mussten, lautete: „Ausfahrt Autobahnkreuz Serbest/Bölge, bei Akgübre rechts abfahren. Tor D, Eingang Roro“
Wir fanden den Weg nicht, wie viele andere Teams auch, doch freundliche und hilfsbereite Türken beschrieben uns den Weg und einer fuhr uns kurzerhand voraus, nachdem er sah, dass wir wieder im Begriff waren falsch abzubiegen. So kamen wir sogar fast „pünktlich“ an dem Fãhrzubringer an, den ich gerne bereits um 21:00 Uhr erreicht hätte, denn Rob und Lena waren schon im Zollbereich, während wir uns die Nacht vor den Toren um die Ohren schlagen durften.

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Also noch eine Nacht, bis wir endlich wieder alle beisammen sind. Geduld ist eine Tugend, die nicht zu meinem hervorragenden Stärken gehört…